Kennt ihr das?
- Zwei Kolleginnen kommen begeistert aus einem offenen Seminar zurück, und im Team ändert sich nichts.
- Im Seminar wurde an Beispielen aus fremden Branchen geübt, die eigenen Präsentationen kamen nie dran.
- Das Team soll gemeinsam besser in Meetings werden, aber jede Person war bei einem anderen Anbieter.
- Die Inhouse-Schulung war gebucht, dann saßen vierzehn Leute im Raum und kaum jemand hat selbst gesprochen.
Vor jeder Weiterbildung im Team steht dieselbe Frage: Schicken wir einzelne Leute in ein offenes Seminar, oder holen wir das Training ins Haus? Beide Wege haben ihren Platz. Der Unterschied liegt weniger im Preis als darin, was sich danach im Alltag verändern soll.
Ein Seminar bringt euch auf die Piste. Ein Programm bringt euch auf die Schanze.
Was unterscheidet eine Inhouse-Schulung von einem offenen Seminar?
Ein offenes Seminar hat einen festen Termin und einen festen Ort. Einzelne Personen aus verschiedenen Unternehmen melden sich an und lernen gemeinsam ein Thema. Die Inhalte sind für alle gleich, weil die Gruppe sich erst am ersten Tag kennenlernt.
Eine Inhouse-Schulung bucht ihr für euer eigenes Team. Termin, Ort und Schwerpunkt legt ihr fest, vor Ort bei euch, online oder in einem Trainingsraum. Geübt wird an euren eigenen Anlässen: dem Jour fixe, der Präsentation vor der Geschäftsführung, dem Kundengespräch.
Bei uns gilt für Inhouse-Schulungen: Trainiert wird an echten Situationen der Teilnehmenden, mit Video und ohne Rollenspiel. Für diese Woche: Schreibt auf, ob ihr eine Person weiterbringen wollt oder ein Team.
Wann ist eine Inhouse-Schulung die bessere Wahl?
Eine Inhouse-Schulung lohnt sich, wenn mehrere Menschen am selben Problem arbeiten. Typische Anlässe sind wiederkehrende Meetings, Präsentationen vor Gremien oder eine neue Rolle, in der jemand anders auftreten muss. In diesen Fällen geht es um Verhalten, und Verhalten entsteht nur dort, wo es später auch gebraucht wird.
Drei Gründe sprechen dann für das eigene Training:
- Echte Fälle: Ihr könnt an internen Präsentationen und Gesprächen üben, die in einer offenen Runde nicht auf den Tisch kämen.
- Gemeinsame Sprache: Wer zusammen trainiert, kann sich danach gegenseitig Rückmeldung geben, mit denselben Begriffen.
- Ein Umfeld, das mitzieht: Wenn das ganze Team das neue Verhalten kennt, wird es im Alltag eher bemerkt und weniger bestraft.
Mehr zu Themen und Formaten findet ihr in unserer Übersicht der Inhouse-Seminare. Für diese Woche: Notiert die zwei Situationen, in denen euer Team am häufigsten gemeinsam auftritt.
Wann reicht ein offenes Seminar?
Ein offenes Seminar ist die ehrlichere Wahl, wenn nur eine Person ein Thema braucht. Auch wenn es vor allem um Wissen geht, etwa um ein neues Tool oder einen neuen Prozess, reicht ein kurzes Format. Der Austausch mit anderen Unternehmen kann dabei neue Perspektiven öffnen.
Steht ein einmaliger großer Auftritt an, passt oft keines von beiden. Dann hilft ein Einzelcoaching auf genau diesen Termin mehr als jedes Gruppenformat.
Und wenn ein Team nicht miteinander spricht, hilft weder das offene noch das interne Seminar. Das ist Führungsarbeit, kein Training. Für diese Woche: Prüft, ob euer Anlass ein Wissens-, ein Verhaltens- oder ein Führungsthema ist.
Wie groß darf die Gruppe sein?
Bei Inhouse-Schulungen steht oft der Wunsch im Raum, möglichst viele Leute auf einmal zu schulen. Das ist verständlich und meistens ein Fehler. Für Aufnahme, Analyse und ein Feedback, das Verhalten verändern kann, rechnen wir mit mindestens einer Stunde pro Person.
Daraus ergibt sich eine einfache Rechnung. Mit vier Teilnehmenden bleiben pro Person rund 60 Minuten Übungszeit, mit acht rund 30 Minuten. Bei zehn bis zwölf Teilnehmenden sind es noch rund 20 Minuten, und aus Training wird eine Vorlesung.
Deshalb arbeiten wir in kleinen Gruppen bis vier oder großen Gruppen bis acht. Für diese Woche: Teilt euer Team gedanklich in Gruppen dieser Größe auf und prüft, ob die Aufteilung nach Erfahrungsstand Sinn ergibt.
Was passiert nach dem Seminartag?
Ob offen oder inhouse: Ein einzelner Seminartag hat dasselbe Problem. Freitagabend klug, Montagmorgen wie immer. Die Agenda ist voll, die Folien kommen aus dem Vorjahr, und die Nachfrage im Meeting trifft euch so unvorbereitet wie zuvor.
Das ist kein Motivationsproblem, sondern ein Konstruktionsfehler. Eine Metaanalyse von 335 unabhängigen Stichproben zu Führungstrainings zeigt: Über mehrere Termine verteilte Einheiten wirken stärker als geblockte (Lacerenza et al. 2017). Zwei Trainingstage im Abstand von acht Wochen wirken anders als zwei Tage am Stück, bei gleichem Aufwand.
Hier hat die Inhouse-Schulung einen klaren Vorteil. Ihr könnt Termine verteilen, ein Follow-up einplanen und einen Messpunkt nach vier bis acht Wochen setzen. Für diese Woche: Schaut in euren Kalender, ob sich ein geplanter Zwei-Tages-Block auf zwei Termine verteilen lässt.
Welche Rolle spielen die Führungskräfte?
Der stärkste Hebel liegt nicht im Trainingsdesign, sondern im Alltag danach. Die Transferforschung zum Modelllernen nennt vier Bedingungen, unter denen Gelerntes ankommt: Die Übenden arbeiten an eigenen, echten Situationen. Die Übenden setzen sich Ziele, ihre Vorgesetzten sind ebenfalls geschult, und das Umfeld reagiert auf das neue Verhalten (Taylor, Russ-Eft & Chan 2005).
In einem offenen Seminar sind die Vorgesetzten nicht dabei, und das Umfeld bekommt vom Training wenig mit. Eine Inhouse-Schulung kann alle vier einplanen, wenn ihr die Führungskräfte von Anfang an einbindet.
Wenn das Umfeld das alte Verhalten weiter belohnt, gewinnt das Umfeld. Für diese Woche: Fragt die zuständige Führungskraft, woran sie nach dem Training merken würde, dass sich etwas verändert hat.
Welche Fragen klären eure Entscheidung?
Diese Liste hilft euch, in zehn Minuten zu einer begründeten Wahl zu kommen. Je mehr Fragen ihr mit Ja beantwortet, desto eher spricht das für eine Inhouse-Schulung.
- Sollen mehrere Personen aus einem Team am selben Anlass arbeiten?
- Geht es um Verhalten im Alltag und nicht nur um Wissen?
- Gibt es interne Fälle, an denen ihr üben wollt?
- Lässt sich die Gruppe auf vier oder acht Personen begrenzen?
- Wollt ihr Termine verteilen und ein Follow-up einplanen?
- Tragen die Führungskräfte das Thema nach dem Training weiter?
Wenn ihr unsicher seid, welches Format passt: Im Erstgespräch klären wir in 15 Minuten, kostenlos und unverbindlich, welcher Weg zu eurem Anlass passt. Ihr erreicht uns unter 0800 / 88 111 80.
Was sich verändert, wenn ihr das klärt
Häufige Fragen zu diesem Thema
Was kostet eine Inhouse-Schulung im Vergleich zu einem offenen Seminar?
Eine Inhouse-Schulung wird je Gruppe berechnet, ein offenes Seminar in der Regel je Person; vergleicht deshalb den Gesamtpreis für alle, die teilnehmen sollen.
Kann eine Inhouse-Schulung online stattfinden?
Ja, wir trainieren vor Ort bei euch, online oder in der NEOP Academy Hannover.
Wie lange dauert eine Inhouse-Schulung?
Die Formate reichen von einem Impuls bis vier Stunden über einen oder zwei Trainingstage bis zu Programmen mit Follow-up.
Müssen alle Teilnehmenden auf demselben Stand sein?
Nein, aber weit auseinanderliegende Ausgangsniveaus klären wir vorher, weil jede Person an einer anderen Stelle Unterstützung braucht.
Wie geht ihr das Thema in eurem Unternehmen an?
Wir trainieren das an euren echten Situationen: als Impuls, Trainingstag oder Inhouse-Seminar mit Follow-up. Im Erstgespräch klären wir, welches Format zu eurem Ziel passt, und sagen ehrlich, wenn ein kleineres reicht.
15 Minuten · kostenlos · ehrlich, ob es passt